Bangladesch als neue islamistische Gefahrenquelle? – Ein AnalyseversuchRahul Peter Das
ASIEN – Nr. 97 (2005) pp. 72–75
Bangladesch, das ehemalige Ost-Pakistan, ist nicht nur einer der zehn bevölkerungsreichsten Staaten der Erde, sondern gehört auch zu jenen mit der zahlenmäßig größten muslimischen Bevölkerung. Lange wurde das Land als Musterbeispiel dafür betrachtet, dass auch ein Staat mit großer muslimischer Bevölkerungsmehrheit die Prinzipien von religiöser Toleranz, Pluralismus und säkularen Werten und Strukturen hochhalten kann. Umso enttäuschender, wie auch Besorgnis erregender, sind sich häufende Meldungen über das Anwachsen radikaler fundamentalistisch-islamistischer Tendenzen und Gruppen im Lande, was sich unter anderem auch in der Beteiligung einschlägiger Kräfte an der jetzigen Regierung und Repressalien gegen Andersdenkende und -gläubige zeigen würde. Das Nachbarland Indien hat Bangladesch wiederholt vorgeworfen, auf seinem Staatsgebiet Ausbildungslager islamistischer Terrororganisationen nicht nur zu dulden, sondern auch aktiv zu unterstützen; nicht verstummende Gerüchte behaupten sogar, Osama bin Laden halte sich in Bangladesch versteckt…











