China und Indien im Entspannungsdialog: Probleme und PerspektivenMarie-Luise Näth
ASIEN – Nr. 2 (1982) pp. 16–38
Am 10. Dezember 1981 haben die Regierungen der Volksrepublik China (hinfort: VR China) und der Indischen Union Gespräche über ihre Grenzprobleme im Himalaya aufgenommen. Dies ist vorerst das wichtigste Ergebnis eines langwierigen und immer wieder von Rückschlägen unterbrochenen Entspannungsvorganges, der von der indischen Regierungschefin Frau Indira Gandhi bereits am Neujahrstag des Jahres 1969 angeregt worden war.
Hinter den jetzigen Gesprächen stehen die immer bedrohlicher erscheinenden Schatten des einerseits sowjetischen und andererseits amerikanischen Engagements auf dem asiatischen Kontinent: Moskaus Krieg in Afghanistan und Washingtons Drohung, die militärische Modernisierung der VR China voranzutreiben. Die Führung in Beijing ist beunruhigt über die Tendenz der Regierung Gandhi, das sowjetische Afghanistan-Unternehmen aus größeren globalen Zusammenhängen zu rechtfertigen, und selbstverständlich fühlt sich Frau Gandhi aufgrund ihrer subjektiven Erfahrung alarmiert, daß Waffen ganz gleich aus welcher Quelle, die in die unmittelbare Umgebung Indiens gelangen, in der Regel auch gegen Indien ins Feld geführt werden.












