Christian W. Spang. Karl Haushofer und die OAG. Deutsch-japanische Netzwerke in der ersten Hälfte des 20. JahrhundertsAlbrecht Rothacher
ASIEN – Nr. 147 (2018) pp. 147–48
München: Iudicium, 2018. 158 S., 18 EUR, ISBN 978-3-86205-130-4
Geopolitik hat heute wieder Konjunktur. Chinas Seidenstraßen-Initiativen quer durch Eurasien und sein Versuch, die US-beherrschte erste Ostpazifik-Kette zu durchbrechen, sind ebenso Geopolitik pur wie die Politik des Kremls zur Sammlung der russischen Erde auf Kosten der Ukraine und Georgiens und der Schaffung einer russisch beherrschten Einflusszone in Gestalt der Eurasischen Wirtschaftsunion. Idem Japans reichlich erfolglose Versuche, Chinas Initiativen vom Pazifik über Zentralasien bis Ostafrika mit Hilfe Indiens und Australiens zu konterkarieren. Auch denken Paris und London geopolitisch, und Washington (sofern von Denken dort noch die Rede sein kann) tat dies auch. Nur im politischen Berlin und in der deutschen Politologie lebt man noch im Traumland der Wichtel, einer vorgeblich norm- und rechtsgeleiteten internationalen Ordnung, an die sich freilich keiner der wichtigen Akteure mehr hält. Der Groschen fällt langsam, allerdings nur in Zeitlupe…










