Naoto Kan: Als Premierminister während der Fukushima KriseAlbrecht Rothacher
ASIEN – Nr. 141 (2016) pp. 109–11
München: Iudicium, 2015. 165 S., 14,80 EUR
Eine Warnung: Dieses Buch ist gefährlich. Trotz gelegentlicher Wiederholungen ist es so spannend, dass man es, einmal angefangen, nicht mehr aus der Hand legen kann und alles andere liegen lässt. Wir kennen bereits viele bewegende Erfahrungsberichte von Betroffenen (u. a. auch bei Iudicium veröffentlicht) und jede Menge akademischer und polemischer Kritik der japanischen Atompolitik. Aber dies ist zum ersten Mal der authentische Blick hinter die Kulissen des japanischen Machtapparats, der erklärt, warum die ersten Reaktionen so zögerlich, die Informationspolitik so furchtbar waren und dennoch der ultimative GAU knapp verhindert werden konnte. So wurde Kan, dessen politische Karriere so ziemlich vorbei ist, doch zu einem Helden wider Willen. Frank Rövekamp ist zu danken, diesen technisch schwierigen und politisch heiklen Text in sehr lesbare deutsche Prosa übertragen zu haben – die erste Übersetzung des Buches überhaupt. Gut, dass es noch Professoren gibt, die wichtige Dinge machen, die von Evaluierungskommissionen vielleicht nicht immer genügend geschätzt werden!







