Sheikh Mujibur Rahman: Die unvollendete AutobiographieWolfgang-Peter Zingel
ASIEN – Nr. 147 (2018) pp. 133–34
Heidelberg: Draupadi Verlag, 2018. 389 S., 24,80 EUR
Sheikh Musibur Rahman, der Bangabandhu (Freund Bengalens), Vater der Nation und Held der Unabhängigkeitsbewegung Bangladeschs, wurde am 14. August 1975, dem Jahrestag der Unabhängigkeit des ihm so verhassten Pakistan, zusammen mit einem Großteil seiner Familie und engen Mitarbeitern bei einem Militärputsch ermordet. Seine beiden Töchter befanden sich zu diesem Zeitpunkt in Deutschland und blieben so verschont. Die ältere von ihnen, Sheikh Hasina Wijarat, wurde zu einer Führerin der Demokratiebewegung Bangladeschs und ist heute Ministerpräsidentin des Landes. Nach Jahren der Verbannung und vielen Widerständen hat sie die Verfolgung und Bestrafung der Attentäter betrieben. Einige von ihnen wurden nach einem nicht unumstrittenen Gerichtsverfahren eines „internationalen“ Tribunals verurteilt und hingerichtet. 2020 wird sich der Geburtstag Mujibs, wie er in Bengalen allgemein genannt wird, zum 100. Mal jähren; 2021 wird das Land, das anfangs als nicht lebensfähig (Henry Kissinger: basket case) galt, seinen 50. Jahrestag feiern. Es ist der seltene Fall einer erfolgreichen Abspaltung eines Landesteils, der seine frühere andere Landeshälfte (das heutige Pakistan) bei vielen Wirtschaftsindikatoren und den übermächtigen Nachbarn Indien bei diversen Sozialindikatoren übertroffen hat…








