Taiwan vor den PräsidentschaftswahlenGunter Schubert
ASIEN – Nr. 56 (1995) pp. 55–67
Der dritte Verfassungszusatz von Juli 1944 hat die institutionelle Reform des politischen Systems Taiwans zu einem vorläufigen Abschluß gebracht. Vor allem die Entscheidung für eine Direktwahl des Staatspräsidenten erregte Aufsehen. Sie dürfte den Konflikt zwischen Befürwortern und Gegnern der Unabhängigkeit verschärfen. Da keine klare Entscheidung für ein präsidiales oder parlamentarisches System gefallen ist, ist zugleich eine politische Krise vorhersehbar. Der Autor diskutiert mögliche Präsidentschaftskandidaten und ihre Programme und prognostiziert mit den Wahlen 1996 einen weiteren qualitativen Schritt in Richtung Eigenstaatlichkeit.










