Christiansen/Posborg/Wedell-Wedellsborg: Die demokratische Bewegung in China – Revolution im Sozialismus?Matthias Naß
ASIEN – Nr. 1 (1981) pp. 81–82
Die Kritik in den Medien der Volksrepublik China an dem Schriftsteller Bai Hua wegen seiner Vorlage für den Film „Bittere Liebe“ und die jüngsten Warnungen Hu Yaobangs und Deng Xiaopings vor Tendenzen eines „bürgerlichen Liberalismus“ im Lande deuten auf eine neuerliche Verhärtung des ideologischen und kulturpolitischen Kurses der chinesischen Führung hin.
Vor diesem Hintergrund gewinnt eine Publikation dreier junger dänischer Sinologen an Aktualität, in der das kurzlebige Aufblühen demokratischer Freiheiten in China zwischen 1978 und 1980 dokumentiert wird, das bei uns unter dem hoffnungsvollen Begriff „Pekinger Frühling“ bekannt wurde. Flemming, Posborg und Wedell-Wedellsborg, die sich in den Jahren
1977-1979 als Studenten in China aufhielten, haben die Entwicklung unmittelbar verfolgen können und reichhaltiges Material zusammengetragen. Die in diesem Buch abgedruckte Auswahl von Texten spiegelt die ganze Breite der politischen und literarischen Diskussion wider, die sich in China seit November 1978 relativ ungehindert entfalten konnte und nach ersten staatlichen Pressionen schon im Frühjahr 1979 ein Jahr später, nachdem der Druck von offizieller Seite immer mehr zugenommen hatte, wieder weitgehend verstummte.









