ASIEN – Nr. 145 (Oktober 2017)
ASIEN – Nr. 145 (Oktober 2017)

Hans-Wilm Schütte: Literarische Streifzüge durch PekingWulf Noll

ASIEN – Nr. 145 (2017) pp. 119–21

Gossenberg: Ostasien Verlag, 2016 (Gelbe Erde, 3). 269 S., 24,80 EUR

Wie sich Peking in der Literatur spiegelt, nicht nur heute, sondern auch zu früheren Zeiten, wird von Hans-Wilm Schütte in einem gut lesbaren und informativen Buch zusammengetragen, das er Literarische Streifzüge durch Peking nennt. Wir erfahren etwas über Peking im Wandel der Zeiten, obwohl die Stadt erst im frühen 20. Jahrhundert in der chinesischen Literatur zu einer größeren Bedeutung fand. Es bedurfte einer Reform, die mit Lu Xun (1881-1936), Lao She (1899-1966), Ding Ling (1904-1986) und Qian Zhongshu (1910-1998) einsetzte. Statt weiterhin abgehobene Werke im klassischen Schriftchinesisch zu verfassen, besannen sich die Autoren im 20. Jahrhundert, was längst überfällig war, auf die gesprochene, die alltägliche Sprache (Baihua). Bis dahin konnte es vorkommen, dass ausländische Reiseschriftsteller genauer und amüsanter aus der alten Kaiserstadt berichteten als die Chinesen selbst…