ASIEN – Nr. 154/155 (Januar/April 2020)
ASIEN – Nr. 154/155 (Januar/April 2020)

Heike Berner: ISE. Erzählungen von koreanischen Deutschen der zweiten GenerationSebastian Tobginski

ASIEN – Nr. 154/155 (2020) pp. 161–62

München: Iudicium Verlag, 2018. 198 S., 24 EUR

In „ISE. Erzählungen von koreanischen Deutschen der zweiten Generation“ bündelt Heike Berner zehn Erzählungen, die sie aus Oral-History-Interviews gewonnen hat. Da die Migrationsgeschichte von Koreanern in Deutschland immer noch ein stark vernachlässigtes Thema ist, bildet das Buch von Heike Berner einen wichtigen und wertvollen Anhaltspunkt. In den 1960er- und 1970er-Jahren sind Koreanerinnen und Koreaner hauptsächlich als Krankenschwestern und Bergarbeiter nach Deutschland gekommen. Grundlage hierfür war das „Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Südkorea“, das dieses Jahr sein 55. Jubiläum feierte. Die Gruppe der koreanischen Arbeitsmigranten weist, im Vergleich zu anderen Gastarbeitern, einige Besonderheiten auf. Zum einen war Korea für die in Deutschland tätigen Gastarbeiter aufgrund mangelnder direkter Flugverbindungen nahezu unerreichbar. Existierende Flugverbindungen nahmen sehr viel Zeit in Anspruch und waren unerschwinglich. Dies bedeutete, dass koreanische Gastarbeiter meist die ganze Zeit während ihrer Tätigkeit in Deutschland bleiben mussten. Kontakt zu den in Korea verbliebenen Verwandten war so meist nur schriftlich möglich. Zum anderen führte die Tatsache, dass zeitgleich Krankenschwestern und Bergarbeiter in Deutschland angeheuert haben, dazu, dass es häufig zu koreanischen Liebesbeziehungen kam…