Jack Corbett: Being Political. Leadership and Democracy in the Pacific IslandsRoland Seib
ASIEN – Nr. 143 (2017) pp. 143–44
Honolulu: University of Hawai’i Press, 2015. 243 S., 54 USD
Geht man von wenigen Ausnahmen wie Samoa und Palau aus, die sowohl eine gute Regierungsführung als auch Wirtschaftser- folge vorweisen können, fällt das Bild der anderen zwölf hier berücksichtigten staatli- chen Entitäten des Südpazifiks eher gegen- teilig aus. V orherrschend sind nach dem samoanischen Dichter, Schriftsteller und Gelehrten Albert Wendt Staaten, in denen „the euphoria of independence throughout the Pacific degenerate after ten years into political corruption“ (S. 3). Dem durch führungsstarke und charismatische Gründerväter geprägten Übergang in die Unabhängigkeit der 1960er und 1970er Jahre steht heute eine politische Elite gegenüber, die, so die populäre Rezeption, durch machthungrige Charaktere, obskure Deals und Korruption charakterisiert ist. War die Entkolonialisierungsperiode noch von Optimismus und Fortschrittsträumen bestimmt, dominiert heute die Desillusionierung. Politikverdrossenheit hat sich breit gemacht, die sich auch weltweit in einer Unzufriedenheit gegenüber gewählten Parlamentariern widerspiegelt…






