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ASIEN – Nr. 148 (Juli 2018)

Raffael Raddatz: Patriotismusdiskurse im gegenwärtigen Japan. Identitätssuche im Spannungsfeld von Nation, Region und globalem Kapital zu Beginn des 21. JahrhundertsAlbrecht Rothacher

ASIEN – Nr. 148 (2018) pp. 112–14

Berlin: Duncker & Humblot, 2017. 362 S., 59,90 EUR

Der Titel dieser im Jahr 2013 an der Uni Frankfurt angenommenen Dissertation verspricht eine spannende, intellektuelle Auseinandersetzung. Allein der Inhalt enttäuscht in großen Teilen. Der Band versucht alle Facetten des zeitgenössischen Nationalismus in Japan „diskursanalytisch“ zu ergründen, ein ambitiöses Unterfangen, das jedoch mit unzulänglichen Mitteln und großer Voreingenommenheit unternommen wird. So durchleuchtet er die Publikationen der LDP-Politiker Shinzo Abe, Taro Aso, Jun’ichiro Koizumi und des längst in der politischen Versenkung verschwundenen Parteienzerstörers Ichiro Ozawa auf Nationalismusverdacht, ebenso wie Manga-Autoren, rechte und linke Medienintellektuelle, Internet Aktivisten als „Hobbyhistoriker“, die Fremdenverkehrswerbung, die „Cool Japan“- Imagekampagne der Regierung, Manga-, Anime- und Popkultur, japanische Küche, Mode und Kosmetik etwas skurril vereint, den Tohoku-Wiederaufbau, das Fahnenschwenken bei der Herrenfußball-WM 2002 und den Weltsieg der Fußballerinnen 2011, die Tokyoter
Olympiakampagne für 2020, den Lokalpatriotismus und die Förderung von Regionalprodukten und des Umweltbewusstseins…