ASIEN – Nr. 156/157 (Juli/Oktober 2021)
ASIEN – Nr. 156/157 (Juli/Oktober 2021)

Teiwes, Frederick C./Sun, Warren: Paradoxes of Post-Mao Rural Reform. Initial Steps Toward a New Chinese Countryside, 1976–1981Martin Wagner

ASIEN – Nr. 156/157 (2020) pp. 208–10

London/New York: Routledge, 2016. 374 S., Paperback 29,59 GBP

Die Kommunistische Partei Chinas durchlief einen eigentümlichen Wandel. Aus einer Bauernpartei der Peripherie war nach der Revolution von 1949 eine urbane Institution geworden, die die kommunistische Staatsgründung zugunsten städtischer Arbeiterzentren und zulasten kollektivierter Dörfer forcierte. Nach Maos Tod im Jahr 1976 gab sie der Beziehung zwischen Staat und Dorf erneut ein verändertes Gepräge. Die KPCh dekollektivierte die Landwirtschaft, reduzierte die Umverteilung in die ärmsten Regionen und appellierte an die Eigenverantwortung der Bauern. Die Folge war eine beispiellose Wohlstandssteigerung der Landbevölkerung: Das bäuerliche Haushaltseinkommen des Jahres 1984 war fast anderthalbmal so hoch wie im Jahr 1978. Gemeinhin wird dieser Erfolg der post- maoistischen Transformationsperiode Deng Xiaoping, indes nicht seinem vermeintlichen Rivalen Hua Guofeng zugeschrieben. Darin identifizieren Frederick C. Teiwes und Warren Sun ein weiteres Paradoxon der jüngeren Geschichte Chinas, zu deren umfassender Neubewertung sie anheben…