Roundtable 3: Rette sich, wer kann: Lösungen zum Erhalt der Regionalwissenschaften 2. Juli 2026

Roundtable 3:
Rette sich, wer kann: Lösungen zum Erhalt der Regionalwissenschaften
Termin: 2. Juli 2026, 18:15–19:45 Uhr, über Zoom
Referent:innen
Dr. Michael Leibelt (Universität Würzburg)
Dr. Isabella Schwaderer (Universität Erfurt)
Prof. Dr. Kerstin Storm (Universität Münster)
Moderation
Prof. Dr. Carmen Brandt (Universität Bonn)
Abstract zum 3. Roundtable:
Rette sich, wer kann: Lösungen zum Erhalt der Regionalwissenschaften
Trotz der wachsenden politischen und wirtschaftlichen Bedeutung Asiens für Deutschland und Europa entscheiden sich immer weniger junge Menschen für ein Studium der Asienwissenschaften. Die Gründe dafür sind vielfältig: geburtenschwache Jahrgänge, ökonomische Zukunftsängste oder Zweifel daran, ob sich ein Studium einer asiatischen Sprache in Zeiten von KI und Übersetzungs-Apps auszahlt. Als Asienwissenschaftler:innen ist uns natürlich bewusst, dass unsere Fächer nichtsdestotrotz ihre Relevanz und Daseinsberechtigung haben. Schließlich reicht kulturspezifische Expertise weit über das hinaus, was KI leisten kann. Gerade angesichts der wirtschaftlichen Entwicklungen nicht nur in Ost-, sondern auch in Süd- und Südostasien sowie der Unsicherheit im transatlantischen Verhältnis ist es umso wichtiger, die asienwissenschaftliche Expertise hierzulande zu erhalten, sichtbarer zu machen und auszubauen. Gleiches gilt für unseren Beitrag zur Forschung jenseits eurozentrischer, auf Fachdisziplinen festgelegter Schemata und Strukturen. Auch wenn dies allein nur selten ausreicht, um Fakultäts- und Universitätsleitungen zu überzeugen, die prekäre Situation unserer Fächer durch strukturelle Maßnahmen nicht noch weiter zu verschlechtern – je nach Bundesland begründet mit Studierendenzahlen oder angeblichen Redundanzen. Um dies abzuwehren, ergreifen immer öfter auch Fachvertreter:innen die Initiative, inhaltliche und strukturelle Veränderungen vorzunehmen, um die Sichtbarkeit und Attraktivität ihrer Fächer zu erhöhen. So gibt es bereits eine Reihe von innovativen Ansätzen wie etwa asienbezogene Zusatzzertifikate für Studierende aller Fächer, interdisziplinäre Querschnittsstudiengänge, englischsprachige Studiengänge, institutionelle Zusammenschlüsse und Projekte zur schulischen Bildung, die bereits bei Schüler:innen das Interesse an Asien wecken sollen.
Dieser Roundtable gibt Einblicke in bestehende Initiativen und erörtert deren angestrebte Erfolge mit den jeweiligen Fachvertreter:innen. Wir möchten so Handlungsoptionen für unsere Fächer aufzeigen und eine Plattform schaffen, über die Asienwissenschaftler:innen an unterschiedlichen Universitäten und Institutionen Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig unterstützen können.
