ASIEN – Nr. 95 (April 2005)
ASIEN – Nr. 95 (April 2005)

Der Tsunami in Südostasien: Wirtschaftliche und politische AuswirkungenMarco Bünte

ASIEN – Nr. 95 (2005) pp. 80–87

In den frühen Morgenstunden des 26. Dezember kam es zu einem schweren Seebeben im Indischen Ozean. Das Epizentrum des Bebens mit einer Stärke von 9,0 auf der Richterskala lag 250 km südwestlich der indonesischen Provinzhauptstadt Banda Aceh an der Nordspitze Sumatras. Dem Beben folgten eine Reihe von Nachbeben mit einer Stärke von 6 bis 7,3 auf der Richterskala. Das Beben hatte mehrere große Flutwellen zur Folge, die sich mit einer Geschwindigkeit von 500 km pro Stunde im Indischen Ozean ausbreiteten. Der Tsunami (jap. lange Hafenwelle) hatte für die Anrainerstaaten im Indischen Ozean teilweise verheerende Auswirkungen. Bei den Flutwellen kamen bislang insgesamt mehr als 225.000 Menschen ums Leben, mehrere Millionen Menschen wurden obdachlos, gesamte Landstriche an den Küsten Indonesiens, Malaysias, Thailands, Myanmars, Bangladeschs, Indiens und Sri Lankas wurden verwüstet. Die Flutwelle drang auch mehrere Tausend Kilometer bis nach Ostafrika vor, auch aus Somalia, Tansania, Kenia und den Seychellen wurden Opfer gemeldet. Welche Schäden sind nun in den Staaten Südostasiens entstanden und welche wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen sind zu erwarten?