Erklärung zum Stand der AsienwissenschaftenGünter Schucher
ASIEN – Nr. 93 (2004) pp. 7–9
Asien ist in aller Munde. Es gilt als künftiges Gravitationszentrum der globalen Wirtschaft. Einige der gefährlichsten Spannungszonen befinden sich in dem Krisenbogen, der sich von Kabul bis nach Kiribati erstreckt. Auch nach Wirtschaftskrise und SARS hat der asiatisch-pazifische Raum nicht an Attraktivität verloren.
Angesichts der wirtschaftlichen Lage in Deutschland und Europa kommt den Beziehungen zu Asien gesteigerte Bedeutung zu. Kaum eine Firma, kaum eine Regierung, die nicht den Ausbau dieser Beziehungen auf ihre Fahnen geschrieben hätte. Die Kenntnis Asiens und das Verständnis für die Asiaten ist deshalb heute wichtiger denn je. Sie sind eine unabdingbare Voraussetzung für jeden in der Politik, in der Wirtschaft, Wissenschaft oder in den Medien Tätigen. Diese Kenntnis und dieses Verständnis bedürfen jedoch der wissenschaftlichen Fundierung. Und sie müssen vermittelt werden, in unseren Schulen wie vor allem an unseren Universitäten.
In geradezu groteskem Widerspruch zur Bedeutung des asiatisch-pazifischen Raums steht daher die dramatische Verringerung der asienwissenschaftlichen Kapazitäten an den deutschen Hochschulen, die sich gegenwärtig überall abzeichnet…











