ASIEN – Nr. 162/163 (Januar/April 2022)
ASIEN – Nr. 162/163 (Januar/April 2022)

Gregory Rohlf: Building New China, Colonizing Kokonor. Resettlement to Qinghai in the 1950sFelix Rheinfelder

ASIEN – Nr. 162/163 (2022) pp. 135–37

Lanham: Lexington Books, 2016. 301 S., 41,92 €

Rohlf untersucht in seinem Werk ein Thema, das aus der internationalen Perspektive bisher relativ wenig Beachtung gefunden hat. Die vom chinesischen Regime forcierte Arbeitsmigration auf nationaler Ebene, um dünn besiedelte Randgebiete sozial und ökonomisch an die Kerngebiete anzugleichen, wurde bisher ebenfalls tendenziell auf nationaler Ebene untersucht. Rohlf entschied sich dabei, die Bezeichnung Kokonors als mongolisch geprägten Begriff in den Titel aufzunehmen, um die Natur Qinghais als ungezähmtes, multiethnisches Grenzgebiet hervorzuheben, in dem nun Han, Hui, Mongolen und Tibeter in Interaktion treten, obei explizit der Kontext als sino-tibetisch beschrieben wird. Im Vorwort werden dabei die verschiedenen Begrifflichkeiten diskutiert, welche die untersuchten Entwicklungen am passendsten beschreiben. Die Begriffe Umsiedlung, Migration und Kolonisation können dabei, je nach Perspektive, allesamt als passend betrachtet werden. Rohlf stellt dabei die Ereignisse um 1950 in Beziehung zur Develop-the-West-Politik, die auch zum Zeitpunkt der Buchveröffentlichung noch nicht abgeschlossen sei. Zur systematischen Aufarbeitung des Themas wurde das Buch dabei in sieben Kapitel gegliedert.