Überlebensstrategien des posttotalitären Regimes in Nordkorea: Zum Zusammenhang von militärischen Aktivitäten und innerfamiliärem MachttransferJohannes Gerschewski und and Patrick Köllner
ASIEN – Nr. 119 (2011) pp. 67–78
2010 erregte Nordkoreas militärisches und sicherheitsbezogenes Verhalten zum wiederholten Male internationale Besorgnis. Im November des Jahres ließ das Pjöngjanger Regime zum einen die nahe gelegene südkoreanische Insel Yeonpyeong mit Dutzenden von Artilleriegranaten beschießen und stellte zum anderen ein lange geheim gehaltenes Uranprogramm einer US-amerikanischen Wissenschaftlerdelegation zur Schau. Gleichzeitig erhielten die Spekulationen um die Nachfolge von Kim Jong Il neue Nahrung. Angesichts dessen offensichtlich angeschlagener Gesundheit sowie einer Zusammenkunft der Delegierten der herrschenden Partei der Arbeit Nordkoreas (PdAK) im September 2010, auf welcher der dritte Sohn Kim Jong Ils, Kim Jong Un, als Nachfolger positioniert wurde, ist von Medienseite verschiedentlich über einen Zusammenhang zwischen dem Angriff auf Yeonpyeong und der Zuschaustellung bislang geheimer nuklearer Anstrengungen einerseits und dem internen Machttransfer andererseits spekuliert worden. Doch was lässt sich wirklich über die nordkoreanischen Machtstrukturen aussagen? Was hat sich in jüngerer Zeit verändert und welche Perspektiven lassen sich hieraus ableiten?









