EditorialWolfgang Brenn
ASIEN – Nr. 116 (2010) pp. 6–7
Im Mai 2009 richtete die DGA gemeinsam mit dem Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin (JDZB) und dem OAV (German Asia-Pacific Business Association) die Konferenz „Asia’s old and new powers – The rise of China and India and the consequences for Japan, Europe and global politics“ aus. Die Finanz- und Wirtschaftskrise, die auch die Legitimation der westlichen Industrieländer vor eine schwere Herausforderung stellte, war noch lange nicht zu Ende. In Japan wechselten die Premierminister in immer schnellerer Folge, und das Ende der 55-jährigen LDP-Herrschaft stand kurz bevor. China und Indien wurden noch stärker als neue asiatische Wachstumsmotoren der Weltwirtschaft und einflussreiche politische Akteure kenntlich. (Die G20, bis dahin eine Zusammenkunft der Finanzminister, trafen sich erst Ende 2008 auf der Ebene der Staats- oder Regierungschefs.) Chinas Ordnungsmodell eines von einem autoritären Pluralismus eingehegten marktwirtschaftlichen Kapitalismus profilierte sich für aufstrebende Länder als mögliches Konkurrenzmodell zur westlichen Demokratie mit ihren universellen Werten…










