ASIEN – Nr. 107 (April 2008)
ASIEN – Nr. 107 (April 2008)

„Vote and make a difference“? – Die Parlamentswahlen am 18. Februar 2008 in PakistanClaudia Derichs und and Andrea Fleschenberg

ASIEN – Nr. 107 (2008) pp. 95–101

Präsident Musharraf prägte den Begriff der „Mutter aller Wahlen“ für die zunächst am 8. Januar 2008 geplanten Wahlen zu den National- und Provinzparlamenten in Pakistan. Die Ermordung Benazir Bhuttos am 27. Dezember 2007 erforderte eine Verschiebung dieser Wahlen, weil aufgrund der vor allem in Bhuttos Heimatprovinz Sindh ausgebrochenen Unruhen die Sicherheit für den ursprünglichen Termin nicht garantiert werden konnte. Der neue Termin, 18. Februar 2008, war zwar immer noch von sicherheitspolitischen Bedenken gekennzeichnet, wurde aber letztlich realisiert. Die Ergebnisse der Wahl wurden national und international als Sieg der Demokratie und eindeutige Absage an das Regime Musharraf sowie an die religiös-fundamentalistischen Parteien bewertet. Die eigentliche Aufgabe der siegreichen Parteien, eine stabile und dauerhafte Regierungskoalition zu bilden, welche die sozioökonomischen und politischen Probleme des Landes demokratisch und effektiv anzugehen vermag, steht indes nach den Wahlen an und wird wahrscheinlich um ein Vielfaches schwieriger zu bewältigen sein als die Erlangung der Stimmenmehrheit für das 343-köpfige nationale Parlament…