ASIEN – Nr. 160/161 (Juli/Oktober 2021)
ASIEN – Nr. 160/161 (Juli/Oktober 2021)

You Jae Lee: Glück Auf! Lebensgeschichten koreanischer Bergarbeiter in DeutschlandFlorian Pölking

ASIEN – Nr. 160/161 (2021) pp. 238–40

Tübinger Reihe für Koreastudien, 4.
München: iudicium, 2021. 209 S., 20€

Im Jahr 2013 begingen Deutschland und die Republik Korea (im Folgenden Südkorea) zugleich zwei runde Jahrestage. Zum einen jährten sich die offiziellen Beziehungen zwischen den beiden Ländern zum 130sten Mal, auch wenn der „Handels-, Freundschafts- und Schiffahrtsvertrag“ im Jahr 1883 noch vom Deutschen Kaiserreich und dem Königreich Chosǒn abgeschlossen wurden. Zum anderen beging man den 50sten Jahrestag des Deutsch-Koreanischen Abkommens über die Anwerbung koreanischer Bergleute, das offiziell den Beginn der koreanischen Arbeitsmigration nach Deutschland und somit der koreanischen „Gemeinde“ in Deutschland darstellt. Dabei wurde zugleich der Anwerbung koreanischer Krankenschwestern gedacht, die auf private Initiative bereits in den 1950ern begann und deren offizielle vertragliche Ausgestaltung nicht so leicht nachzuvollziehen ist. Im Kontext dieser Jahrestage hat Professor You Jae Lee, Lehrstuhlinhaber der Abteilung für Koreanistik der Universität Tübingen, im Rahmen eines Oral History Projekts die Migrationsgeschichte der koreanischen Bergarbeiter anhand von zehn Lebensgeschichten erforscht. Die Ergebnisse dieses Projekts sind nun in diesem Buch veröffentlicht worden. Auf eine Danksagung folgt eine 30seitige Einleitung. Den Großteil des Buches machen die Interviewauszüge aus, die in zehn Kapiteln in gekürzter und ins Deutsche übersetzter Form vorliegen. Ihre Titel beinhalten den Namen des Interviewten, ergänzt um ein selbstbeschreibendes Schlagwort.